Fahrdienst

Der Behindertenfahrdienst des ASB Neu-Ulm ermöglicht Menschen mit Behinderung mehr Mobilität und Unabhängigkeit, damit sie am Leben in der Gemeinschaft teilhaben können.

Reiner Hildebrandt ist weit mehr als nur ein Fahrer und Ulrike Barke ist weit mehr als nur eine Begleiterin.

Der weiße Mercedes-Kleinbus mit dem Kennzeichen NU-AS 849 ist für Stella, Sabrina, Dijle, Christoph, Luca, Salvatore und Cavit weit mehr als nur ein Transportmittel, um in ihre Schule nach Ulm-Böfingen zu gelangen. Das liegt daran, dass Reiner Hildebrandt weit mehr ist als nur ein Fahrer und Ulrike Barke weit mehr als nur eine Begleiterin. Von Montag bis Freitag holen Hildebrandt und Barke frühmorgens die sieben Kinder von zuhause ab und fahren sie zur Gustav-Werner-Schule, einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung und Lernschwierigkeiten. Nachmittags ab 15 Uhr werden die drei Mädchen und vier Jungs wieder abgeholt. Für alle Beteiligten wird jede Fahrt zum Erlebnis. Sie bequatschen, was sich seit gestern alles zugetragen hat; Salvatores neue Frisur ist dabei genauso Thema wie Lucas' Aushilfsjob auf dem Bauernhof.

„Der ASB legt Wert darauf, dass die Kinder immer von demselben Team abgeholt werden", sagt Fahrer Hildebrandt. „Dadurch entsteht natürlich eine enge Bindung zwischen uns und unseren kleinen Fahrgästen. Wir wissen alle wirklich viel voneinander – und vertrauen uns blind." Die Atmosphäre ist fast familiär, man fühlt sich wie im heimischen Wohnzimmer. Auch der regelmäßige Austausch mit den Eltern und der Schule ist uns sehr wichtig. Aktuelle Anliegen und Probleme werden besprochen. Bei Neuanmeldungen stellen sich Fahrer und Begleitperson bei den Eltern vor – sie vertrauen uns schließlich ihre Kinder an, da muss die „Chemie" stimmen.

Dass die Kinder stolperfrei ein- und aussteigen können, dafür sorgt Ulrike Barke. Sie ist dafür verantwortlich, dass alle sicher von A nach B gelangen – und ist gleichzeitig die gute Seele an Bord. „Mir macht die Aufgabe großen Spaß", sagt sie. „Das liegt einerseits daran, dass Herr Hildebrandt und ich uns einfach richtig gut ergänzen. Andererseits wundere ich mich immer wieder über die Kinder: So unterschiedlich sie einerseits sind, so sehr sind sie doch ein eingeschworener Haufen."