Ein Leben in Sicherheit

Bereits seit Ende 2014 engagiert sich der ASB Neu-Ulm intensiv in der Flüchtlingshilfe. Die schwäbischen Samariter legen ihren Schwerpunkt dabei auf die Unterstützung junger Menschen, die Krieg und Gewalt hintersich lassen konnten.

  • Sprachunterricht ist einer der wichtigsten Bausteine zur Integration.
    Foto: ASB/B. Bechtloff
  • Wohnheim fuer UMF der ASB Gesellschaft fuer Zuwanderungsbetreuung in Bremen
    Foto: ASB/B. Bechtloff
  • Wohnheim fuer UMF der ASB Gesellschaft fuer Zuwanderungsbetreuung in Bremen
    Foto: ASB/B. Bechtloff

Von Krieg und Gewalt können auch jene 26 minderjährigen Flüchtlinge berichten, die vom ASB Neu-Ulm in Wohngemeinschaften ambulant betreut werden. Die 16- und 17-Jährigen haben auf sich allein gestellt ihre Herkunftsländer Afghanistan, Syrien und Bangladesch verlassen und sind auf der Suche nach einem Leben in Sicherheit im Landkreis Neu-Ulm gelandet.

Dort bewohnen sie jeweils zu viert Wohnungen, die zuvor vom Jugendamt angemietet worden sind. Sieben ASB-Betreuer – darunter Sozialpädagogen, Heilpädagogen und Heilerziehungspfleger – unterstützen sie dabei, in dem für sie fremden Kulturkreis Fuß zu fassen. „Wir begleiten sie bei Behördengängen, Freizeitaktivitäten, Arztbesuchen oder Einkäufen und sind erster Ansprechpartner für ihre Ängste und Sorgen", sagt Sascha Blum, Teamkoordinator und Betreuer der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. Für einige Jugendliche hat der ASB eine Traumatherapie in Neu-Ulm organisiert. „Sie haben viel aufzuarbeiten", sagt Blum. „Bei einigen wurden die Väter von den Taliban verschleppt, sie selber sollten auch rekrutiert werden." Sie alle plage zudem die Sehnsucht nach ihren Familien.

Während Jugendliche in Deutschland den 18. Geburtstag herbeisehnen, haben die jungen Flüchtlinge große Angst vor dem Stichtag. „Dann müssen sie die WG verlassen und in eine Gemeinschaftsunterkunft für Erwachsene einziehen. Je nach Verlauf des Asylverfahrens entscheidet sich später, ob, und wenn ja, welche Zukunft sie in Deutschland haben", berichtet Sascha Blum. Der ASB Neu-Ulm begleitet die jungen Menschen bis zum Auszug aus der Wohngruppe, um sie auf das, was kommt, bestmöglich vorzubereiten.