ASB Neu-Ulm

Felison's School in Kenia

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Sylvia Rohrhirsch

Felison's School in Kenia

Telefon : 07303 96 63 17

s.rohrhirsch(at)asb-neu-ulm.de

ASB KV Neu-Ulm e.V.

Eschenweg 10
89257 Illertissen

Giebel und Motto der Schule

Innenhof

Sylvia Rohrhirsch (Projektkoordinatorin ASB und Felix Limo, Ansgar Batzner (Schulamtsdirektor Landkreis Neu-Ulm), Merci – Klassensprecherin der 4. Klasse)

Mittagessen

Mittagsschlaf der „Baby class“ 3 und 4jährige des Kindergartens

Patenkinder mit Sylvia Rohrhirsch

 

Felison’s School Eldoret/Kenia – „Do what you love“

„Ein etwas anderer Reisebericht“

 

„Do what you love“, so der Spruch auf dem T-Shirt einer Lehrerin. „Do what you love“ – ist aber auch ein gelebtes und spürbares Statement an der Felsion’s School in Eldoret, die von Felix Limo mit Unterstützung von  Sylvia Rohrhirsch aus Bellenberg vor einigen Jahren initiiert worden ist.

Es ist eine konzentrierte, engagierte und zugleich herzlich warme Atmosphäre, die mich als Besucherin und Pädagogin beeindruckt und von Anfang an eingenommen hat. Dies gilt für alle, die wir dort antreffen: Direktor, Lehrer/innen, Schüler/innen und den Begründer der Schule gleichermaßen. Die Schule liegt auf dem Land, einzelne Lichtungen legen immer mal wieder den Blick frei auf weites Land, zwischen kleinen Farmen und Lehmhütten. Felix begleitet uns mit unserem Jeep sicher über die unasphaltierten lehmigen Böden – ein Weg, den die wenigsten Kinder im Auto oder mit einem Sitzplatz auf dem „Border-Border“ (Kleines Motorrad) zurücklegen. Der gerade angeschaffte, gelbe Schulbus von Felsion‘s School Eldoret kann die 190 Schüler/innen nicht alle von zu Hause zur Schule und zurück bringen – aber das ist kein Hinderungsgrund! Eine Hürde stellt für die Eltern das üblicherweise zu zahlende Schulgeld dar. Wenn sich Eltern dies noch für eines von mehreren ihrer Kinder leisten können – so bleiben Waisen hier i.d.R. ohne Chance auf eine Schulbildung. Nicht so in Felision‘s School!

Vier Waisen besuchen derzeit die Schule. Das Schulgeld wir von Spendern aus dem  Landkreis Neu-Ulm (überwiegend von einigen Schulen) übernommen. Wir haben die Gelegenheit, mit den vier Kindern zu sprechen. Scheu aber bereitwillig beantworten sie Sylvias Fragen. Auch hier wird uns schnell klar: Bildung ist die beste Chance, sich gegen Armut zu schützen.

Später sind wir eingeladen, der Großmutter einer der Waisen einen Besuch abzustatten, die sich für die Unterstützung Ihrer Enkeltochter bedanken möchte. Wir werden von ihr sehr herzlich empfangen. Wir betreten Ihren „Hof“: Ein kleines Stück Land, das von ihr, einer ihrer Töchter und Schwiegersohn mit dem Lebensnotwendigsten bewirtschaftet wird. Wasser schöpft sie aus dem ca. 10 Min. fußläufig entfernten Brunnen. Ihr Zuhause ist eine Ein-Raum-Lehmhütte, die sie mit mehreren Enkelkindern teilt. Die offene Feuerstelle im Küchenbereich ihrer Hütte macht es mir unmöglich, länger als höfliche zwei Minuten zu verweilen. Die offene Herzlichkeit und Gastfreundschaft und die Armut beschämen mich.

Das Schulgebäude bildet eine U-Form. Hier sind das Zimmer des Direktors, das Lehrerzimmer und die unterschiedlichen Klassenräume. Die Schulmauern sind mit den Farben der kenianischen und deutschen Flagge gekennzeichnet. Schüler/innen unterschiedlicher Altersklassen singen für uns oder machen kleine Aufführungen. Die Lehrer stellen sich vor und zeigen uns die Schule. Frontalunterricht, die wir in anderen afrikanischen Schulen als vielfach (einzig) übliche Methode kennengelernt haben, wird hier durch interaktives Lernen (Gruppenarbeiten, Übungen etc.) ergänzt. Einige, doch nicht alle Lehrer verfügen hier über die bei uns so übliche Hochschulausbildung. Doch alle haben eine professionelle Ausbildung genossen. Das ist Felix Limo sehr wichtig. Sein Ziel ist es, die Schule in ein paar Jahren sich selbst zu überlassen, das heißt unabhängig von Spendengeldern aus Europa zu sein. Das mit seinem Team dann geschafft zu haben, erfüllt ihn mit Stolz.

Zum Mittagessen sind wir in „Sylvia‘s Diningroom“ eingeladen, die „Cafeteria“ der Schule. Die Namensbegebung zeugt von der Anerkennung und der freundschaftlichen Verbindung. Uns zu Ehren gibt es neben Ugali (Maisbrei) und Gemüse auch ein wenig Fleisch. Selbstverständlich trinken wir den vorbereiteten Tee und nicht ganz so selbstverständlich das Wasser.

Das Wasser, das für alle Kinder und Erwachsenen der Schule genutzt wird, ist kein Trinkwasser. Täglich müssen ca. 400 Liter Wasser aus dem derzeit vorhandenen Wasserreservoir geschöpft und abgekocht werden. Das ist sehr beschwerlich und führt uns zu einem zukünftig von der Schule und eigentlich schon seit längerem geplanten Projekt: Einem Brunnen auf dem Schulgelände der Trinkwasser fördert. Ein wichtiger Meilenstein dafür ist bereits gesetzt: Ein Ingenieur aus Nairobi wurde beauftragt, das Gelände zu sondieren und hat eine Quelle ausfindig gemacht. Die Wasseranalyse weist auf qualitativ hochwertiges Trinkwasser hin. Das hat die Schule bisher 4.000,00 EURO gekostet. Der Brunnenbau selbst wird mit ca. 12.000,00 EURO veranschlagt. Hier liegt finanziell noch ein weiter Weg für Felision’s Schule.

Ein weiteres Klassenzimmer und auch ein Science Lab einzurichten, sind die nächsten finanziell kleineren Ziele der Schule. Uns, das sind: Sylvia Rohrhirsch (Bellenberg), Susanne Kränzle-Riedl (Illertissen), Dr. Ansgar Batzner (Illertissen), Brigitte Endriss  (Vöhringen)  – und ich, als einzige „Auswärtige“, Gabriele Mergener (Köln)  wollen hier etwas gemeinsam initiieren und Mitstreiter für das „Brunnenbauprojekt“ gewinnen. Die ersten Aktivitäten – u.a. mit dem Illertissener-Event „RunBikeRock“ am 09. Juni 2018 sind in Vorbereitung.

Es war für uns alle eine beeindruckende Reise – mit sehr beeindruckenden Menschen. Für mich persönlich von besonderer Qualität und eine Bereicherung, da ich – trotz verschiedener Afrikareisen - noch nie so unmittelbar Land und Leute kennenlernen und Erfahrungen machen durfte. Diese bleiben uns i.d.R. als - üblicherweise - Touristen verwehrt.

Sylvia Rohrhirsch und die Spender aus dem Landkreis unterstützen hier eine beeindruckende Schule und mit jedem Besuch – so erscheint es mir - entstehen immer wieder neue Kontakte bis hin zu Freundschaften. Es ist eine Unterstützung der Menschen vor Ort durch Menschen vor Ort. Im besten Sinne des Wortes Hilfe zur Selbsthilfe. Und vielleicht erklärt es auch ein Stück, was uns antreibt: „We do, what we love“.

Köln, 09.04.2018

Gabriele Mergener